BEvocal - der Belgische Jugendnationalchor
Noch offen

BEvocal - der Belgische Jugendnationalchor

 

Beschreibung

 

BEVOCAL: L'UNION FAIT LE SON!


BEvocaL, der Belgische Jugendnationalchor, besteht seit drei Jahren. 'Belgisch'? Ja sicher, denn das Ziel ist es, die Chormusik in Belgien (und darüber hinaus) zu fördern und den kulturellen Austausch zwischen den drei Sprachgemeinschaften dieses Landes zu unterstützen. So entstand der Chor denn auch aus der Zusammenarbeit von Koor&Stem, der Fédération Chorale WallonieBruxelles A Cœur Joie und dem Musikverband Födekam Ostbelgien.


Der Chor möchte ein kultureller Botschafter der Chormusik für Belgien sein. Gute Sängerinnen und Sänger aus dem ganzen Land kommen zusammen und perfektionieren ihre Technik. BEvocaL möchte andere Chöre inspirieren und ein Modell für effiziente und kreative Zusammenarbeit über Sprachgrenzen hinweg sein. Ein „Gesang der Gemeinschaften“, der derzeit im "Haus Belgien" als etwas Außergewöhnliches angesehen werden kann.

Das Alter der Sängerinnen und Sänger variiert zwischen 18 und 28 Jahre. Ein wichtiges Ziel von BevocaL ist die Talentförderung dieser jungen Menschen, die ihre stimmlichen und sozialen Fähigkeiten entfalten wollen. Darum es geht.

Die neue künstlerische Leitung - das Ergebnis einer Auswahl, die zu Anfang des Jahres getroffen wurde – liegt in den Händen von drei Menschen mit professioneller Gesangskarriere und eben soviel Erfahrung als Lehrer und Chorsänger.

Wer sind sie?
Dirigent Benoît Giaux ist Bariton, Pianist und Chorleiter. Er unterrichtet Gesang und Chorgesang an der IMEP in Namur. Außerdem ist er seit dreißig Jahren Dirigent der Choraline, dem Kinder- und Jugendchor der Königlichen Oper La Monnaie.

Dirigent Jori Klomp ist Tenor, Saxophonist und Chorleiter. Derzeit ist er "Chordirektor" am Theater Aachen.

Stimmbildnerin Liesbeth Devos ist Sopranistin, freiberufliche Solistin und Stimmbildnerin des Chores der Königlichen Oper La Monnaie. Warum eine Stimmbildnerin, zusätzlich zu den Chorleitern ? Wir gehen von dem Standpunkt aus, dass für einen schönen Chorklang jede Stimme einzeln gut sitzen muss, bevor sie sich in die Gruppe einfügen kann. Erst wenn jeder individuell seine Bestform erreicht hat, entsteht ein guter Chorklang.

Zwei Dirigenten, das ist merkwürdig. Wie wollen Sie die Arbeit aufteilen?
Jori Klomp (JK): "Ja, und warum nicht drei Dirigenten? Das bringt eine starke Dynamik, wir kommen gut miteinander aus und ergänzen uns. Wir sind gleichberechtigt, fordern uns gegenseitig heraus und auch für die Gruppe ist es interessant, mit zwei verschiedenen Dirigenten zu arbeiten".

Benoît Giaux (BG): "Wir füttern uns gegenseitig mit Ideen; 'shared leadership' ist in Mode und sehr effizient. Wir könnten auch an ein und demselben Werk aus dem Repertoire arbeiten, warum nicht? Wir könnten uns sogar während des Konzerts abwechseln. Das zwingt die Sänger, flexibel zu bleiben. Wir schätzen einander und haben uns sogar 'als Duo' für diesen Chor beworben".

Ist BEvocaL eine Art 'Elite-Chor'? Wer darf teilnehmen?
NBG: "Nein, man kann überhaupt nicht von 'Elite' sprechen. Der Chor will eine Herausforderung für junge Menschen sein. Es sind leidenschaftliche Amateure oder Prä-Profis, mit Erfahrung in anderen Chören oder auch Studenten von Musikhochschulen, die sich bereits für den Beruf des Musikers entschieden haben. Sie wollen mit dieser Erfahrung ihre Ausbildung verbessern".

JK: "Der Chor schlägt die Brücke zwischen Amateur und Profi, wirkt also eher verbindend als elitär. Es handelt sich nicht um ein "Vokalensemble", sondern wirklich um einen Chor, mit 36 bis 40 Sängern. Wir sind auf dem besten Weg, diese Sängerinnen und Sänger zu finden."

BG: "Genügend gute schöne Männerstimmen zu finden, ist, wie bei allen Chören, ein Problem. Aber Qualität kommt nicht durch Quantität. Wir suchen die richtigen Persönlichkeiten für ein schönes Gleichgewicht. Es ist möglich, dass es mehr weibliche Stimmen sein werden. Das ist kein Problem, solange das Ganze ausgewogen ist. Jungen haben mit 18 Jahren ihre "Stimme" erst seit ein paar Jahren. Bei Mädchen gibt es diesen Bruch nicht, sie haben in diesem Alter oft schon eine reifere Stimme. Jungen brauchen noch etwas Zeit, um ihre Stimme zu finden. Deshalb haben wir eine tolle Stimmbildnerin, die individuell mit den Sängerinnen und Sängern arbeitet. Es ist wirklich keine elitäre Absicht, sondern eher ein pädagogisches Projekt. Wir streben vor allem ein hohes Niveau an."

Liesbeth Devos (LD): "Wir sind auch auf der Suche nach entwicklungsfähigen Stimmen, mit Potenzial und Energie. Das ist eigentlich wichtiger, als schon sehr gut singen zu können. Wir wollen nicht nur Konzerte geben, sondern uns auch als Gruppe weiterentwickeln. Wenn die Leute offen für Verbesserungen sind und wirklich etwas daraus machen wollen, dann ist das eine gute Basis".

Das Alter geht von 18 bis 28 Jahre. Müssen die Sängerinnen und Sänger den Chor irgendwann verlassen? Auch wenn es gegen ihren Willen ist?
LD: "Ja, leider. Es ist ein Jugendchor, also müssen irgendwann Plätze für neue Talente frei werden. Es kann von Zeit zu Zeit eine Ausnahme geben, aber im Prinzip gibt es einen kontinuierlichen Wechsel. Diejenigen, die den Chor verlassen, gründen manchmal selbst einen neuen Chor.“ 

BG: "Viele Chöre in Belgien brauchen dringend eine starke Verjüngung. Sängerinnen und Sänger, die während 4 oder 5 Jahren bei uns ausgebildet werden, können da eine wichtige Rolle spielen".

JK: "Wer BEvocaL verlässt, sollte das nicht als Strafe erleben. Es gibt genug gute Chöre, in denen man ohne Frust ein Leben lang singen kann.“

Welches Repertoire können wir erwarten?
JK: "Wir gehen sicherlich in die Breite, bleiben aber immer im Bereich des 'klassischen Gebrauchs‘ der Stimme, insbesondere a cappella. Vielleicht fügen wir manchmal eine kleine Instrumentalbegleitung hinzu, aber wir werden nicht mit einem großen Orchester arbeiten, denn BEvocaL ist kein Oratorienchor. Kreationen von Komponisten, die hier und jetzt leben, werden den jugendlichen Charakter des Chores besonders unterstreichen. Wir haben Komponisten in allen drei Sprachgemeinschaften kontaktiert, um speziell für uns zu schreiben. Es sind Paul Pankert, Aldo Platteau und Sebastiaan van Steenberge. BEvocaL wird daher auch belgische Musik singen."

BG: "Wir hoffen, in absehbarer Zeit auch die internationalen Bühnen zu erreichen und dann ist es sehr wichtig, mit eigenem Material aufzuwarten. Das Repertoire wird aus großen Werken aus jeder Epoche bestehen, ergänzt durch zeitgenössische Kompositionen".

Die meisten Chormitglieder sind noch im Studium. Sie haben Prüfungen, müssen Praktika absolvieren ... Reicht da die Zeit, um alle zusammenzubringen?
LD: "Der Chor besteht nicht erst seit einem Jahr. Verpflichtungen und Feiertage werden bei der Planung berücksichtigt, das funktioniert ohne größere Probleme."

JK: "Wir proben an Wochenenden, immer im Abstand von ein paar Wochen. Das erlaubt uns, mit maximaler Konzentration zu arbeiten. Und, nicht zu vergessen: jeder muss die Noten vor der ersten Probe einstudieren. Kein Dechiffrieren während der Proben! »

Gibt es einen Unterschied zwischen einem "Chorsänger" und einem "Solisten"? Sie bilden einen Chor mit solistisch ausgebildeten Stimmen. Bei Instrumenten scheint es offensichtlich: Je besser die Spieler, desto besser spielen sie zusammen. Ist das bei einem Chor anders?
LD: "Nein, das ist beim Chor das gleiche. Diese Ansicht kommt aus einer anderen Zeit. Damals dachte man, dass es in einem Chor am besten ist, mit "halber Stimme" zu singen. Aber ein Solist kann ein guter Chorsänger sein, absolut.
Wenn Sie als Chorsänger eine gesunde Klangqualität über die Zeit beibehalten wollen, müssen Sie eine solide Technik haben, die es Ihnen ermöglicht, mit Ihrem ganzen Körper einen Klang zu erzeugen, der mit dem Ihres Nachbarn und dem ganzen Chor harmoniert. Wenn Sie dies nur erreichen können, indem Sie sich zurückhalten und verkrampft sind, was sehr häufig passiert, können Sie das nicht durchhalten. Das ist genau das, was wir suchen: eine gesunde Art des individuellen Singens, die dennoch zu einer kollektiven und schönen Harmonie führt. So in einem Chor zu singen, ist für mich die Krönung guten Gesangs. Es gibt auch eine große Nachfrage für diesen Ansatz: Viele Chorsänger haben das Gefühl, sich "kaputt" zu singen.

BG: "Dazu habe ich eine schöne Anekdote. Wenige Tage vor seinem Tod dirigierte Patrick Davin eine Produktion in der Monnaie. Die Solisten konnten nicht ganz folgen, während der Chor perfekt ‚mitging‘. Patrick Davin sagte zu den Solisten: ‚Noch eine kleine Anstrengung und ihr werdet vielleicht gute Chorsänger!‘ In einem Chor zu singen ist ein sehr anspruchsvoller Beruf, man muss flexibel sein und eine ausgereifte Gesangstechnik haben: 'der singende Körper', das zählt für jeden Sänger".

JK: "Wir wollen die Persönlichkeit entwickeln, damit sich die Stimme entwickelt, aber vor allem auch das Gegenteil: die Stimme entwickeln, damit die Persönlichkeit gewinnt. Das ergibt einen prächtigen Chor!“

AdR: Inzwischen fanden in Antwerpen und Malmedy Vorsingen statt. Sobald es die Situation erlaubt, werden die geplanten Vorsingen auch in Brüssel stattfinden.

Eric Van Leuven

BEvocaL wird von der Französischen, der Flämischen und der Deutschsprachigen Gemeinschaft, der Nationallotterie und dem Prinz- Philippe-Fonds großzügig unterstützt. Die Residenz wird von BOZAR (Palais des Beaux-Arts de Bruxelles) angeboten.

 

 





                            

 

 

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